Wir über uns - Zur Geschichte unserer Regionalgruppe



 

Wurzeln und Wege

Da gibt es zum einen die Supervisorinnen und Supervisoren aus dem kirchlichen Kontext. Sie haben vor 1989 ihre Ausbildung absolviert, auf verschiedenen Wegen, über die Ehe- und Lebensberatung, die Gemeindeberatung, die Praxisberatung, die Seelsorgeberatung. Ausbildungen, die in dieser Zeit vorrangig analytisch orientiert waren, die sich an westdeutschen Standards orientierten und koordiniert vom Diakonischen Qualifizierungszentrum in Berlin Ost mit großer Unterstützung jeweils eines westdeutschen kirchlichen Partnerinstituts möglich wurden. Die Absolventinnen und Absolventen hatten i.d.R. einen kirchlichen anerkannten Berufsabschluss oder waren QuereinsteigerInnen. Supervision damals, so beispielsweise die Erfahrung des Burckhardthauses, ein staatlich unerwünschter Begriff, musste Praxisberatung genannt werden, um die Ausbildung etablieren zu können. Das Evangelische Zentralinstitut Berlin West betonte deshalb die ausbildungsbegleitende Funktion von Supervision. Trotz dieser Widerstände hatte Supervision Ihren festen Platz als freiwilliges Angebot in kirchlich ? diakonischen Handlungsfeldern und trug dort zur Professionalisierung bei. Dank dieser erfahrenen KollegInnen und Kollegen konnte sofort in den Umbruch- und Wendezeiten professionelle Supervision - vor allem im Nonprofitbereich - angeboten werden.
Eine zweite Gruppe hat ihre Wurzeln im Sozialpsychologischen Verhaltenstraining, ist damit geprägt von der marxistischen Sozialpsychologie, verbunden mit den Namen Hiebsch und Vorwerg. Deren Leistung war es, im Grobraster von Individuum und Gesellschschaft des DDR-Systems das Kollektiv, die Kleingruppe als intermediäre Instanz, als vermittelnde Systemgröße und Ort von Sozialisation und später von Lernen zu postulieren.Die persönlichkeitspsychologische Erweiterung formte sich in der 80er Jahren aus zum Training sozialer Kompetenz. Seine Anbindung hatte das Training in der akademischen, universitären Psychologie. Folglich sind es zunächst Psychologinnen und Psychologen, die, erfahren in der Arbeit mit Führungskräften in der DDR und aus ihrem Berufsverständnis heraus, Trainings, Supervision und Coaching machen und damit spontan auf den nachwendezeitlichen Supervisionsbedarf reagieren können.
Eine dritte Quelle der Regionalgruppe sind die Supervisorinnen und Supervisoren, die schon mit abgeschlossener Supervisionsausbildung und unterschiedlich umfänglichen Erfahrungen den kulturellen Wechsel von Deutschland West nach Deutschland Ost vollzogen. Hier liegen Ressourcen, uns deren Erfahrungen zu erschließen, den Umgang mit der Gefährdung, sich in Ost-West-Klischees zu verfangen, der Spezifik ihres Beziehungsaufbaus, der Notwendigkeit, ständig Rekonstruktion von Wortbe-Deutungen vorzunehmen. Und es fordert uns heraus, anschlussfähig und offen für Einzelpersonen zu sein.
Schließlich die vierte Gruppe. Das sind die Kolleginnen und Kollegen mit unterschiedlichen Hoch- und Fachhochschulabschlüssen, die in den 90er Jahren eine Supervisionsausbildung bei einem bundesweit anerkanntem, meist DGSv-zertifizierten Institut absolvierten oder noch absolvieren, die hier in der Region arbeiten und leben und hier auch Supervision machen wollen; die ihre Entscheidungen über ihren professionellen Weg auf der Basis der Nachwendebedingungen und geklärterer Standards getroffen haben. Nicht zuletzt sei angemerkt, dass dies die Gruppe ist, die wächst und die uns verjüngt. Unter dem Aspekt von Generativität tut das uns und der Supervision gut.

 
 

Orte und Zeiten

Seit Mitte der 80er Jahre ist die Evangelische Erwachsenenbildung in Dresden Treffpunkt von SupervisorInnen aus dem kirchlichen Kontext. Nach der Wende wird sie Anlauf- und Kristallisationspunkt für die wachsende Zahl supervisorisch Tätiger. Am 5.4.1994 stellen 5 Personen, die inzwischen die Berechtigung hatten, hinter ihren Namen und der Berufsbezeichnung Supervisor/Supervisorin das Kürzel DGSv zu setzen, den Antrag, die Gruppe als Regionalgruppe der Deutschen Gesellschaft für Supervision anerkennen zu lassen. Diese Anerkennung wurde am 8.7.1994 erteilt.
Die Suche nach Anbindung, nach einem Dach präzisierte auch ein Bedürfnis der Gruppe nach fachlichem Anschluss über bestehende fachliche Einzelkontakte hinaus. Supervision in den letzten 10 - 15 Jahren hat sich verändert, erweitert. Erweiterung weckt neue Struktur- und Rückkoppelungsbedürfnisse, zielt auf neue Orientierungen. So verstehen wir uns in der Auseinandersetzung, manchmal Reibung mit den Professionalisierungsdebatten und den Standards, die die DGSv als Berufsverband anbietet. Erwähnt werden soll hier, dass die Mitgliederversammlung der DGSv 1999 in Dresden stattfand. Zu den Entwicklungen, die uns fachlich herausfordern, zählt fraglos die gestiegene Reflexionsfähigkeit unserer Nutzer, deren gewachsene Erfahrung mit dem Instrument Supervision. Die Regionalgruppe trifft sich regelmäßig und hat sich eine formelle Struktur gegeben.

 
 

Gewordenes und Werdendes

Unsere Gruppe ist ein Raum Mit allen angesprochenen Themen wird deutlich, dass wir eine Gruppe im Umbruch sind, herausgefordert von internen und externen Ansprüchen, von professionellen, kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen.